HFV-Vereinsdialog: Jugendarbeit beschäftigt den FC Schöffengrund Das es zunehmend Probleme in der Akquise von Nachwuchs im Sport gibt, ist längst auch in der Regentschaft des König Fußball angekommen. Eigenständige Vereine knapsen am Existenzlimit und die damit einhergehenden Schwierigkeiten in der Jugend- und Nachwuchsarbeit führen zwangsläufig zu immer mehr Spielgemeinschaften. Doch auch hier kommt es zwischen den Trägervereinen und der im Anschluss an die Jugendzeit folgenden, weiteren Bindung der Spieler an die Clubs, zu Unwegsamkeiten. So war es auch im Bereich der Gemeinde Schöffengrund. Waren vor gut zehn Jahren die Orte Nauborn, Laufdorf, Niederwetz, Oberwetz, Oberquembach, Schwalbach und Reiskirchen allesamt noch eigenständig und auch in der Nachwuchsarbeit zumindest „lebensfähig“, so wurde auch hier vor Jahren mehrheitlich festgestellt, es geht nur gemeinsam. Nach dem Scheitern eines Jugendfördervereins, gründeten engagierte Jugendtrainer und Verantwortliche in 2018 den FC Schöffengrund, einen bis dato reinen Jugendverein mit den Stammvereinen aus Oberwetz, Niederwetz, Schwalbach, Quembach und Laufdorf. Mit zwölf Teams bis zu den D-Junioren ist der Verein gut aufgestellt und hat durchaus höhere Ziele. Doch trotz der guten Arbeit und Positionierung, die Probleme sind nach wie vor ähnlich gelagert wie zuvor. „Immer zum Ende der Saison habe ich das Gefühl, die großen Vereine kommen und graben uns die eigenen Spieler mit Versprechungen und Angeboten an, die teils fragwürdig und unlauter sind“, so Petra Völk, Kassiererin des FC zum Hauptproblem. Aus diesem Grund bewarben sich die Verantwortlichen beim Hessischen Fußballverband um einen Vereinsdialog zur Klärung von Fragen sowie für Hilfestellungen bei der weiteren Entwicklung und Ausbau des Vereins. Dem Ruf waren schließlich Prof. Dr. Silke Sinning (Vorsitzende Verbandsausschuss Frauen- und Mädchenfußball), Gerhard Hilgers (Geschäftsführer) und Jonas Stehling (Koordinator Masterplan Amateure) gefolgt. Es sei für den Verband nicht nur eine lockere Gesprächsrunde, vielmehr ginge es um konstruktiven Austausch und Ideensammlung zur Lösung von Problemen an der Basis, so Jonas Stehling: „Wir nehmen diese Treffen und die daraus resultierenden Ergebnisse sehr ernst und setzen, im Rahmen der Satzungen und Ordnungen, entsprechende Veränderungen zum Wohle der Vereine um“. Mit Alexander Neul (Kreisfußballwart), dem kommissarischen Jugendwart Thorsten Riederer und Pressewart Ebi Klotz, war auch der Kreisfußballausschuss zahlreich vertreten. Und so konnte in den gut dreistündigen Gesprächen auch viele Sorgen und Ängste relativiert oder gar genommen werden. In der Hauptsache brauchten die Vereine mehr Unterstützung in wirtschaftlicher und organisatorischer Art zur Umsetzung und Akzeptanz des kommenden Spielsystems Funino“. Das Bewusstsein der Trainer zu öffnen, den Nutzen für das eigentliche Zielspiel zu erkennen und die damit einhergehende Steigerung der Förderung aller Spieler entsprechend ihrer Fähigkeiten, dies alles könne den Frust der vermeintlich schwächeren senken und eine Aufgabe des Fußballsports verringern. Kombinationen aus Wettkampfspiel und „Funino“, andere Zählweisen der Tore oder Kombiturniere in Verbindung mit Spielfesten könnten hier erste Maßnahmen bilden. Im Bereich der Abwerbungen solle der Verband sich Gedanken darüber machen, dass mittlerweile im Beriech der E-Junioren begonnen werde Kinder anzusprechen, um Ausbildungskosten zu sparen. Kooperationsmodelle mit den großen Vereinen und interne Vereinbarungen hinsichtlich der Rückkehr zu den Heimatvereinen bei Scheitern sind durchaus praktikabel und aus anderen Sportarten erfolgreich bekannt. Ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Fortführung, den Ausbau und gesteigerte Identifikation zum Verein ist, neben den sportlichen Erfolgen, die Elternarbeit. Einbindung in Strukturen, gemeinsame Erlebnisse der Eltern untereinander oder mit den Kindern gemeinsam in Form von Unternehmungen, Fun- Turnieren oder Festlichkeiten könnten die Gemeinschaft stärken und die Abwanderungen durch Verlockungen erschweren. All diese Punkte sind aus Sicht der Verantwortlichen um Jugendleiter Nick Zutt nicht nur akut, auch für die mittelfristige Entwicklung, die durchaus auch in der Meldung von Seniorenteams angedacht ist, benötigt der Verein Unterstützung. Nach gut drei Stunden bedankte sich Zutt stellvertretend für alle Beteiligten bei den Verantwortlichen des HFV und dem Teilnehmern aus dem Kreisfußballausschuss für die anregenden Gespräche und die guten Ideen und Ansätze. Der Vereinsdialog ist ein Bestandteil des DFB-Masterplans, der im Rahmen des Amateurfußball-Kongresses in Kassel 2012 durch die Basis des deutschen Fußballs wurde. Kernziel des DFB-Masterplans ist die Zukunftssicherung des Amateurfußballs und besteht aus den drei Säulen „Kommunikation“, „Flexibilisierung des Spielbetriebs“ und „Vereinsservice“. Neben der Amateurfußball-Kampagne mit dem Slogan „Unsere Amateure. Echte Profis“ bildet der Vereinsdialog das Herzstück im Bereich der „Kommunikation“, um die Vereine, Kreise und den Landesverband bestmöglich für die Zukunft zu wappnen. A. Klotz, J. Stehling, 17.05.2019